Am Freitag war Feiertag – Freedom Day. Um 5.30 bin ich losgefahren Richtung Osten. Kaelte und Nieselregen schnell hinter mir gelassen. Insgesamt sollte die Fahrt ins Timbavati Game Reserve 7h dauern. Viele andere waren schon vor mir aufgebrochen, entsprechend voll war es teilweise auf den Rastplaetzen und Autobahnen.
Wieder einmal fuehrte die Strecke durchs Gebirge, und ueber einen Pass (Erasmus Pass). Die Aussicht, die oft unerwartet hinter einer Kurve lauert, ist immer wieder atemberaubend.
Erstmal auf ca 2000m hinaufgeklettert ging es unaufhoerlich bergab auf 350m. Letzte Rast in Hoedspruit und links ab nach Osten in das riesige Reservat direkt am Krueger Park. Nach 10km scheusslicher Schotterpiste empfaengt den Reisenden hinter dem Tor zum Reservat die Wildnis. Wenn man den ausgesprochen unhoeflichen Waechter schliesslich davon ueberzeugen kann, dass man eine Unterkunft gebucht hat.
Es gibt keine Wildzaeune mehr und von der asphaltierten Hauptstrasse fuehren nur Waldwege in den Busch. Kleine Schildchen weisen den Weg zur jeweiligen Lodge.
Die allgegenwaertigen Yellowbilled Hornbills (auch flying banana genannt) und Lilacbreastet Roller, Impala, Waterbok interessieren sich kaum fuer Autos. Etwas mulmig wurde mir, als Groesse und Haeufigkeit der Elefantendung-Haufen zunahmen.
Endlich in der Lodge angekommen, wurde ich sehr freundlich empfangen. Mein Zelt sollte das letzte im Camp entlang des Flussufers sein. Noch ein kurzes briefing zur eigenen Sicherheit, dann erstmal auspacken und die Eindruecke langsam wirken lassen. Die Temperatur von 38 Grad ebenfalls. Kein Radio, kein Fernseher, kein Telefon, kein Funktelefonempfang, nur Funkgeraete.
Idyllisch: Im Fluss vergnuegten sich Flusspferde und ihre Kaelber. Eine Schildkroete sonnte sich auf einem Baumstamm im Wasser. Zum Lunch erschien dann schon der erste Elefant vor der Terasse. Vor meinem Zelt nahm er noch eine Dusche im Fluss, bevor er sich auf dem Hippo-Highway auf den Weg gemacht hat.
Am Nachmittag nahm Ranger Trevor mich und zwei weitere Deutsche auf den ersten Game Drive mit.(Anm. D. Red.: Game bedeutet hier Wild) Getraenke und Gewehr waren auch dabei. Es sollte eine abenteuerliche Fahrt durch den Busch werden.
Gleich am Tor trafen wir den Elefantenbullen wieder. Ganz entspannt lies er sich beobachten und posierte fuer Fotos. Spektakulaer gings weiter. Die vier Loewenkinder waren 8 Monate alt und liessen sich durch uns nicht in ihrer Siesta stoeren. Spaeter sollten wir auch noch ihre Eltern zu sehen bekommen. Der Kater hat sich wie jede normale Hauskatze auch auf der Wiese gewaelzt.
Zum Abendessen trafen wir uns alle in einem grossen Kreis ums Lagerfeuer. Das nennt man hier Lapa oder Boma. Kanadier, Briten, Suedafrikaner, Franzosen und Deutsche. In der Dunkelheit werden die Gaeste von den Rangern abgeholt und zurueck zum Zelt oder Haus gebracht.
In dieser Nacht habe ich kaum geschlafen. Ein heftiges Gewitter tobte bis zum Morgen. Allerdings machen auch Flusspferde unglaublichen Laerm beim Fressen und ein Loewe hat das ganze Theater mit seinem Gebruell abgerundet. Auf dem Hippo-Highway vorm Zelt war starker Verkehr die ganze Nacht ueber.